Leicht wie eine Feder

Ich möchte gehen können,
ohne dass meine Oberschenkel aneinanderreiben,
durch die Welt stacksen mit dünnen langen Beinen,
wie ein Storch.

Ich möchte gehen können,
ohne Geräusche zu machen,
auf dem Wasser laufen ohne einzutauchen,
über Sand und Schnee ohne Abdrücke zu hinterlassen,
durch die Welt schweben wie eine Feder.

Ich möchte herausstehende Schulterblätter haben,
die aussehen als würden mir Flügel wachsen
- endlich - nach langem Warten
oder wie die gebrochenen Flügel eines gefallenen Engels

Ich möchte Schlüsselbeine haben,
die hervorstehen
und mich wie ein zierliches Wesen aussehen lassen,
ein Wesen voll Glanz, rein zart und zerbrechlich

Ich möchte schwebend durchs Leben wandeln
jede Bewegung so elegant,
jeder Schritt so anmutig,
jede Geste so zart...

Ich möchte auf einer Wiese liegen
und den Wind um meinen Körper spüren,
wie der Adler ihn unter seinen Schwingen fühlt
den Wind um mich spüren,
den Wind der mich hinfortträgt

Mein Engel

Deine weißen Flügel sind schwarz geworden
Genau so wie dein Herz
Dein Lächeln ist nun falsch und verdorben
In deinen Augen schimmert der schmerz

Dein Blick, er wurde erst und schwer
Deine Schwarzen Flügel gebrochen
Dein eisernes Herz schlägt nun nicht mehr
So liegst du am Boden gekrochen

Deine Blauen Augen werden Rot
Und leuchten wie frische Glut
Du riechst nach verbrannter Haut und nach Tod
Und schwarz wie Pech ist dein Blut

Mein Engel du hast abgenommen
Deine Knochen stechen hervor
Du hast zu schreien nun begonnen
Und dein Klagen steigt empor

Der Himmel hat dich verstoßen
Geschluckt hast du Asche und Staub
Zu viele Tränen hast du vergossen
Gesenkt hast du nun dein Haupt

Mein Engel du Blutest, dein Herz ist zerbrochen
Ich weiß nicht ob du mich jetzt hörst
Du weißt doch du hast mir versprochen
Dass du mich nicht verlassen wirst

Narben zieren deine Haut
Und dein Blut tropft nun auf Erden
Du hast zum Himmel emporgeschaut
Und festgestellt, dass sie dir niemals verzeihen werden

Nun bist du umgeben von Sand
Du zitterst und du bist verlassen
Die Einsamkeit birgt dich um den Verstand
Sie werden dich auf ewig hassen

Deine Würde hast du verloren
Du bist nun kein Engel mehr
Wirst niemals wiedergeboren
Kehrst niemals wieder her

Aber mein Engel weine nicht,
dein Herz sei nie mehr schwer
Denn was du auch bist
ich liebe dich
Ich liebe dich so sehr

Schwerelos

Ich möchte mich verhüllen,

einhüllen und verstecken.

Möchte alles verbergen, all die Rundungen, die mich meine Knochen nicht spüren lassen. Möchte ganz wenig und fast gar nicht sein. Möchte durchsichtig durch den Raum spazieren, ohne Ballast und leicht wie eine Feder mich von meinen Körper lösen und davon schweben

in die Unendlichkeit...

Auf der Suche

Auf der Suche nach mir selbst,
irre ich durch das Dunkel.
Immer suche ich Antworten,
die mein Herz mir nicht verrät.

Ich baue Mauern um mich rum,
hoch und fest.
Und trotzdem suche ich jemand,
der sie einstürzen lässt.

Ich schreie unhörbar,
suche jemand der es hört.
Ich schliesse meine Augen,
und suche mein wahres Ich.

Ich greife ins Leere,
suche aber doch Halt.
ich taste mich voran,
weiss keinen Weg.

Ich spüre Kälte die mich umgibt,
doch brauch ich soviel Wärme.
Ich suche etwas,
was ganz besonders ist.

Etwas was das mir Flügel verleiht,
das meine Seele wärmt.
Das mir antwortet auf meine Fragen,
und meine Mauern durchdringt.
Etwas das meine Schreie hört,
und mir einen Weg zeigt.
Etwas das mir zeigt,
das ich was besonderes bin
.

DER SCHMERZ

Ich sehe meine Arme,

sehe Blut..sehe Narben...der Schmerz,

die Wut, doch plötzlich geht es mir gut!!

Denn ich spüre die Klinge auf meiner Haut,

fühle den Schmerz, der mich von meiner Leere erlöst und aufbaut.

Doch wenn die Leere zurück findet,

der Schmerz verschwindet...

Bleibt ein Arm voller Narben und Blut,

doch das lindert kaum meine Wut
...!

Anorexia nervosa... :
Ich fühle mich
einsam,
traurig und allein,
hab keinen Hunger mehr,
und lasse das Essen sein.
Mit leerem Magen fühle ich mich plötzlich so stark,
ich ernähre mich nur noch von Gurken und Quark.
Ich werde immer dünner und fühle mich gut,
die Anderen bemerken es und das macht mir Mut.
Ich hungere weiter,
das fällt mir nicht schwer,
denn einen vollen Magen ertrage ich längst nicht mehr.
Für meine Figur bekomme ich Bewunderung und Neid,
doch es gibt auch einige,
denen tue ich leid.
Die Leute sagen:
du bist ja so
schlank,
was ist los, sag bist du krank?
Sie machen sich Sorgen,
sie laden mich ein, ich kann es kaum glauben,
ich bin nicht mehr allein.
Doch alle schauen nur noch auf mein Gewicht,
wie es in meiner Seele aussieht,
das sehen sie nicht.
Ich bin am Ziel, ich hab es geschafft,
doch ich weiß,
irgendwann verlässt mich die Kraft.
Ein schlanker Körper,
der Schlüssel zum Glück?
Ich weiß es nicht,
doch es gibt kein Zurück! 

 

Blut:
Langsam drücke ich die Klinge in meine Haut
Schmerz... nein davon kaum keine Rede sein.
Zu oft wurde ich verletzt und gedem�tigt
um nun noch Schmerz über mein eigenes Blut zu empfinden!
Ich schreie
Nein nicht laut; leise noch leiser
Niemand hört es
Nur wer einmal in der hintersten Ecke
Meiner Seele war kann diesen Schmerz erfülten Schrei hören
Gehört habe ich ihn oft genug in meinem Leben
Denn es war nicht schwer über die Überreste
Meiner kaputten Seele zur Tür zu kommen
Hinter der sich dieser Schrei verbirgt
Die Tür jedoch zu durchstreiten ist für
Kaum jemanden zu schaffen
Meine Seele
Kein Ort an dem viel gelacht wird
Stehts in Einsamkeit gehüllt
Und unerreichbar für Fremdlinge.
Die klinge ritzt tiefer in meine Haut
Jedes Blutrinnsal zerbricht ein weiter Stück
Meiner Seele
Und doch greife ich immer wieder zur Klinge
Warum? Warum, mach ich es mir selber auch
Noch schwer?
Deutlich sehe ich nun den Streifen den die
Klinge auf meiner Haut hinterlassen hat
Deutlich spüre ich den Zerfall meiner Seele
Deutlich merke ich wie sich Verzweiflung in
Mir ausbreitet
Und wieder muss ich die Klinge erneut ansetzen
Tränen kullern über meine Wangen
Die Tränen aus meinen Augen zeigen die
Traurigkeit meines Herzens!
Und die roten Tränen?
Diese Tränen welche so provozierend über
Meine Arme, Beine und meine Hüfte lauen?
Sie spiegeln das Leere in mir wieder!

Das Letzte

Ich tanze, spüre dabei nichts.
Ich bin leer, gefühlslos, tot.
Nichts an mir ist echt, weder mein Lächeln, noch meine Verzweiflung.
Ich bin wie eine Porzellanpuppe.
Ich sitze in der Virtrine und starre in die Leere.
Bin nur gut zum Anschauen.
Doch selbst bei meinem Anblick weichen die Leute von mir.
Mein Geist, meine Seele und mein Herz jagen einander.
Jeder von ihnen versucht dem anderen Leid zuzufügen, um seinen eigenen nicht mehr spüren zu müssen.
Mein Körper ist von Gehässigkeit und Grausamkeit gefüllt.
Das Einzige an mir, was ich noch einigermaßen kontrollieren kann, ist mein Körper.
Doch auch er muss leiden.
Dafür, dass ich so bin wie ich bin und in ihm gefangen bin.
Ich verletze ihn, quäle ihn mit Sport, lasse ihn hungern.
Ich will verschwinden, zum Geist werden.
Von Tag zu Tag gerate ich mehr und mehr ins Vergessen.
Aber viele Wörter schwirren in meinem Kopf herum.
Wörter, die ich nicht aussprechen kann.
Wörter, die niemand hören will.
Ich gebe auf, bin hoffnungslos und verzweifelt.
Ich finde keinen Sinn in meinem Sein und versuche davor zu fliehen.
Brücken und scharfe Klingen beruhigen meine Angst.
Immer wieder stehe ich davor, doch ich kann nicht.
Habe Angst dadurch dem vergessen Sein zu entkommen.
Doch bald, vielleicht, wird meine Nutzlosigkeit meine Angst übertreffen.
Bis dahin werde ich immer und immer wieder davor stehen.
Auf der Brücke stehen, meine Klinge haltend.
Das Letzte, was ich euch noch sagen muss:
Es tut mir Leid, versagt zu haben.

Todesengel


Manchmal sehe ich nachts einen Engel
an meinem Bettrand sitzen,
der schluchzt und weint.
Seine Flügel sind gebrochen.
Tief gräbt er sein Gesicht in seine Hände...
Über seine Finger läuft Blut,
pochend und eiskalt.
Ich frage ihn: Warum weinst du?
Er blickt mich an,
lässt seine Hände in seinen Schoss sinken...
ich sehe seine Tränen...
seine Tränen aus Blut.
Warum ich weine, fragt er mich.
Weißt du denn nicht, was ich beweine?
Nein, sage ich.
Ich beweine nichts Geringeres als deinen Tod...   

 

Ein Bisschen 

Fühle mich nicht wohl,
 mag mich nicht besonders,
 
finde mich zu dick,
nur ein bisschen.
Will mich verändern,
will Anerkennung,
vielleicht auch Aufmerksamkeit.
Aber es ist nicht so schlimm.
Fühle mich schwach, schwindlig,
die Hose rutscht, nur ein bisschen.
Habe Angst zu versagen,
will es beweisen,
will zeigen, dass ich etwas kann.
 
Zweifle an mir, immer.
 
Aber es ist nicht so schlimm.
Fühle mich wertlos, alleine.
Hasse meinen Körper, komme nicht mehr klar mit mir.
Die Haare fallen aus, nur ein bisschen.
Mir ist kalt, immer. Denke nur ans Essen,
 
stehe täglich auf der Waage,
aber wer tut das nicht.
Es ist nicht so schlimm.
Fühle mich kraftlos,
ausgelaugt
Ertrage mich nicht mehr,
kann meinen Körper nicht mehr sehen.
Fühle mich fett und aufgebläht,
 
mein Magen schmerzt von den Tabletten,
die Beine von Laufen.
Und mein Hals, der schmerzt auch.
Aber es ist nicht so schlimm...
Fühle mich kaputt, zerrissen.
Sehe in den Spiegel, und sehe nichts.
Habe mich selbst verloren.
Stört mich nicht,
 bilde es mir ja doch nur ein.
Mir geht es gut, lasst mich in Ruhe.
Ich schaff das schon, irgendwann.
 
Es ist alles ok. Es ist nicht so schlimm.
Habe keine Gefühle mehr, habe sie tief versteckt.
 
Setze meine Maske auf, jeden Tag.
Schminke mir ein Lächeln ins Gesicht,
Spiele mein Theaterstück, mein Leben,
 
spiele es euch allen vor, so perfekt,
so undurchschaubar.
Mein Herz fest verschlossen,
meine Augen ausdruckslos.
Fragt nicht.
 Es ist nicht so schlimm.
Verliere den Verstand,
werde verrückt, nur ein bisschen.
Habe Angst vor mir selbst,
weiß nicht mehr, wer das ist, ich.
Habe mich selbst belogen, mir etwas vorgespielt,
oder...
bilde es mir nur ein.
Und in Wirklichkeit geht es mir gut,
und ich mach alles viel schlimmer als es ist.
Dabei...ist es nicht so schlimm...
Mein Herz schlägt unregelmäßig,
mein Körper zerbricht,
und schreit, doch ich höre es nicht.
Bilde es mir ja doch nur ein.
 
Meine Lippen sind trocken, meine Finger blau.
 
Mir wird schwarz vor Augen, ich breche zusammen,
ein bisschen.
Geschändeter Körper,
von Narben übersäht.
Alte Wunden platzen auf,
 und doch, ist es nicht so schlimm.
Kann meinen Körper kaum aufrecht halten,
 
kann kaum stehen, kaum gehen.
Mein Kopf pocht, Mein Herz sticht.
Nein, das ist nicht wahr. Ich bilde es mir nur ein.
 
Es geht mir gut.
Es ist alles nicht so schlimm.
Und ich falle um.

 

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